Hier findet ihr ein paar Bilder von der Sommerblut-Lesung. In der Pressemitteilung finden sich auch einige Zitate, die gibts nach dem Klick auf ‘Ich will mehr’:
Tanja Walther-Ahrens (EGLSF-Abgeordnete, Frauenturnier-Organisatorin des CTC BERLIN & ehem. Bundesligaspielerin bei Turbine Potsdam):
“Wir haben schon erste Schritte in eine freundlichere Atmosphäre gemacht, aber dass viele Lesben & Schwule immer noch sehr unsicher sind mit einem Coming-out auf allen Ebenen des Fußballs, zeigt, dass es nur erste Schritte sind.”
Dominik Sievers (offen schwul lebender Amateurfußballer):
“Ein entscheidender Faktor ist der unbefangene Umgang mit der eigenen Sexualität. Offen und ehrlich damit umzugehen ist nicht immer leicht, schafft aber offene Ohren und Verständnis. So zumindest meine Erfahrungen während und nach meinem Outing im Verein. Das Outing eines Fussballprofis würde wachrütteln und Klischees abbauen. Allerdings wäre dies ein Anfang und die Problematik damit noch längst nicht gelöst.”
Rainer Mendel (1. FC Köln – Fanbeauftragter):
“Es ist ja logisch, dass es auch schwule Bundesliagprofis geben muß, wenn man einen Anteil schwuler Männer an der Gesamtbevölkerung von 5-10 % zu Grunde legt, auch wenn ich persönlich noch von keinem schwulen Bundesliagprofi gehört habe. Von Seiten des 1. FC Köln würde jeder Spieler bei einem Selbstouting die volle Unterstützung des Vereins erhalten und auch im eigenen Bundesligakader des 1. FC Köln dürfte es keinerlei Probleme geben. Aber wie das in fremden Stadien aussieht kann derzeit niemand genau einschätzen.”
Peter Hönkhaus (engagierter FC-Fan):
“Es hat viele Jahre gebraucht, bis sich die heute bei den FC-Fans vorhandene, ganz klare Linie gegen Rassismus im Stadion durchgesetzt hatte (so dass z.B. keine Urwaldgeräusche mehr bei farbigen Spielern des Gegners gemacht werden). Dafür waren sehr viele und lange Diskussionen und letztlich auch ein gewisser Gruppendruck der Mehrheit gegen Einzelne erforderlich. Bei der Thematik Homosexualität im Fußball stehen wir da noch ganz am Anfang. Hier geht die Diskusssion durch solche Veranstaltungen wie heute eigentlich gerade erst ganz langsam los. Nach meiner Meinung ist jede Form von Diskriminierung im Sport zu bekämpfen.”
Andreas Stiene (Organisation der Lesung – CTC + ARW):
“Die Aufgabe der an Fußball interessierten und engagierten Lesben und Schwulen ist vorrangig, nicht nur beim Stadionbesuch, sondern in allen Bereichen des Fußballs, von der Freizeitliga über die DFB-Amateurligen bis zum Profifußball und sowohl im Frauen- als auch im Männerfußball, durch verschiedenste Aktivitäten, immer wieder in unterschiedlichster Form und ohne übertriebene Penetranz auf das Thema “Homosexualität im Fußball” aufmerksam zu machen. Dadurch kann langfristig in allen Bereichen des Fußballsports ein Umfeld geschaffen werden, das dazu beiträgt, dass sich Frauen und Männer hoffentlich dann sehr bald einmal im Amateurfußball genauso wie im Bundesligabetrieb, problemlos outen könnten. Einen 12 Punkte-Maßnahmenkatalog, um auf verschiedenen Wegen dieses Thema anzugehen, hat der DFB Anfang des Jahres in Kooperation mit einigen Community-VerteterInnen beschlossen.”
Ronny Blaschke (Journalist und Buchautor des Buches “Versteckspieler”):
“Wir müssen die öffentliche Debatte über Homophobie im Fußball in eine andere Bahn lenken. Welcher Profi sich wann, wo und wie zum ersten Mal als schwul bekennt, ist nebensächlich. Durch diese Jagd nach dem Premieren-Outing wird das Thema brisanter gemacht, als es wirklich ist. Stattdessen müssen wir durch Aufklärung dafür sorgen, dass der gesellschaftliche Umgang mit Homosexualität versachlicht wird. Spekulationen über mögliche Spießrutenläufe in den Stadien bringen niemanden weiter. Wichtig ist das Werben um Toleranz und eine noch breitere Netzwerkarbeit.”
Michael Trippel (1. FC Köln – Stadionsprecher und Moderator der Veranstaltung):
“Ich freue mich jedesmal über die offenen und konstruktiven Diskussionen bei diesen Veranstaltungen. Meine Hoffnung: Irgendwann werden wir stolz und mit “Wehmut” auf diese Art von Veranstaltungen zurückblicken, weil sie einfach nicht mehr Notwendig sind……!”
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