Die Gründung des ersten offiziellen schwul-lesbischen Fan-Clubs für den FC Kölle ist nun bereits – mit der Bestätigung der Aufnahme ins FC-Fanclub-Register – seit dem 15. November 2007 Wirklichkeit. Unser Name lautet nach demokratischem Mehrheitsbeschluss (und im Nachgang zu unserem bisherigen Arbeitstitel: “Der warme Süden”) seit dem 17.12.2007 offiziell:
ANDERSRUM RUT-WIESS
Es gab im Jahr 2001 bereits eine erste Initiative zur ersten FC-Fanclub-Gründung innerhalb der Community (Gaysböcke / Gays bockt), durch interne Probleme ist die Sache dann im Sande verlaufen. Das Problem war danach aber: Jeder in Köln dachte oder hatte im Hinterkopf, da gibt es schon gaaaanz lange einen Community-Fanclub des FC – dem war aber de facto nicht so.
Nach einem tollen Gespräch mit Michael Trippel, dem Stadionsprecher des 1. FC Köln, beim Come-Together-Cup 2007 (bei dem auch das FC Köln-Fanprojekt erstmals mit einer eigenen Fußballmannschaft teilnahm), ergriff Andreas Stiene – eigentlich bekennender Rot-Weiß Essen-Fan und auch dem BVB sehr zugetan* – die Initiative und brachte die Gründung des FC-Fanclubs im Oktober 2007 konkret auf den Weg. Durch einen Hinweis von Alexander Popp (Schwules Netzwerk NRW) fand Andreas direkt zu Beginn seiner Aktivitäten zwei eingefleischte FC-Dauerkarteninhaber, nämlich Patrik Maas und Matthias Eiting. Ab dann wurde der Stein gemeinschaftlich so richtig ins Rollen gebracht.
Wir (inzwischen mehr als 60 Unterstützer) sind aus vielen Gründen Fans des 1. FC Kölns – und alle haben mit unserer sexuellen Orientierung herzlich wenig zu tun. Als Menschen, die den Fußball und den FC lieben, möchten wir unser schwul/lesbisch sein jedoch auch nicht ausblenden müssen, denn:
Kein Mensch wird gerne diskriminiert, nur weil er anders ist, als andere. Das hört sich ganz einfach an, ist es aber machmal gar nicht!
Es ist weder ein Makel, noch eine Qualifikation schwul zu sein und es ist auch niemals spielentscheidend. Daher ist es nicht besonders fair oder tolerant, uns zu beleidigen – indem Schiris, gegnerische Spieler oder manchmal sogar einfach nur schlecht springende Bälle als “schwule Sau” tituliert werden.
Fußball und unser großes Hobby, der 1. FC Köln, machen uns allen viel Spaß im Stadion (naja – mal mehr und mal weniger), denn wir Schwule & Lesben sind genauso große FC- Fans wie der Rest der Unterstützer.
Hinzu kommt: Wir wollen nicht, dass Fußballer, weder im Bundesliga-, noch im Amateur- oder Freizeitfußball zukünftig weiterhin unnötige Kraft aufwenden müssen, um den Schein zu wahren und ihr Schwulsein zu verheimlichen oder aufwendig zu tarnen – denn neben der Tatsache, dass solche Bedingungen menschenunwürdig sind, fehlt ihnen diese Energie dann logischerweise immer auf dem Platz!
* Im Namen der Restmitglieder möchte der Webmaster sein Bedauern über diese unglücklichen Zweitvorlieben des Initiators zum Ausdruck bringen.